OSIV setzt mit OpenEdge auf
Zukunftssicherheit

Der OSIV-Pool, ein Zusammenschluss aus sieben kantonalen Durchführungsstellen der Schweizer Invalidenversicherung, hat ein umfassendes Refactoring-Projekt ins Leben gerufen, um seine Applikation OSIV (Open System Invaliden Versicherung) für die eGovernment-Anforderungen der Zukunft zu rüsten.
Unter fachkundiger Koordination von Progress wird in einem vierjährigen Großprojekt die Client-Server- Architektur auf Grundlage von OpenEdge modernisiert und durch eine Webanwendung ersetzt.

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Herausforderung

Die Applikation OSIV ist die zentrale Fallführungsanwendung für die Schweizer Invalidenversicherung. Mehr als 1350 Mitarbeiter schweizweit nutzen diese für die Verwaltung und Bearbeitung von mehr als 20 Mio. Dokumenten. 2018 startete der OSIV-Pool ein weitreichendes Refactoring-Projekt für die mit OpenEdge betriebene Anwendung.

„Als Anbieter und Betreiber einer kritischen Lösung für den öffentlichen Sektor tragen wir eine hohe Verantwortung und erfüllen eine Vorbildfunktion“, erläutert Stefan Geyer, Geschäftsführer des OSIV-Pools. „Mit OSIV 5.0 verfügen wir über eine performante Anwendung, die von unseren Nutzern sehr geschätzt wird. Jedoch erkannten wir, dass sie künftige eGovernment-Herausforderungen wie Cloud Computing, Telearbeit und mobile Endgeräte nicht effizient bewältigen könnte. Der Wartungsaufwand war hoch, die Erweiterungsmöglichkeiten begrenzt und auch die Benutzerführung entsprach nicht mehr der heutigen Anforderungen.“

Dabei war es ein zentrales Anliegen, möglichst investitionssicher zu arbeiten und die gewohnte
Funktionalität, Stabilität und Performanz zu erhalten.

Lösung

Der OSIV-Pool fasste den Entschluss, einen grundlegenden Wandel zu vollziehen. Die durch jahrelange lineare Entwicklung entstandene monolithische Struktur sollte einer agilen Softwarebereitstellung weichen. Statt als Client-Server-Applikation sollte OSIV künftig als Webapplikation bereitgestellt werden.

Nach eingehender Evaluation erwies es sich als beste Lösung, OpenEdge und dessen Geschäftslogik zu modernisieren und die Frameworks in geeigneter Weise zu erneuern.

„Die integrierte OpenEdge-Plattform eignet sich besonders für den Betrieb kritischer Anwendungen in sensiblen Bereichen, da sie eine hohe Offenheit für die Anbindung zusätzlicher Komponenten aufweist und gleichzeitig den hohen Anforderungen an Datenschutz und Sicherheit gerecht wird“, erklärt Stefan Geyer.

Um keine Risiken einzugehen, sollte die neue Lösung im Parallelbetrieb stufenweise eingeführt werden. Auf diese Weise lässt sich nahtlos und ohne Verluste mit der alten Lösung weiterarbeiten, falls Probleme auftreten sollten. Voraussetzung dafür ist der Zugriff beider Versionen auf dieselbe Datenbank.

Für das Großprojekt, das Veränderungen auf technischer, organisatorischer und methodischer Ebene mit sich bringt, verpflichtete der OSIV-Pool Progress als General Coordinator.

Ergebnisse

Progress übernahm die Koordination für alle OpenEdge betreffenden Aspekte des Projekts. OSIV regelt in Zusammenarbeit mit einem internationalen Team aus Spezialisten und Entwicklern die Überarbeitung der Architektur, die Zusammenarbeit mit den Framework-Anbietern sowie die Schulung der Anwender. Binnen eines Zeitraums von vier Jahren sollte die Webapplikation OSIV 3G entwickelt und nach und nach - im Parallelbetrieb zur derzeit noch genutzten Client-Server-Anwendung - auf alle sieben IV-Stellen ausgerollt werden.

Nach zwölf Monaten Vorbereitung, Assessment und Validierung, wurde der erste Release implementiert, der in einer Pilotphase 2020 zunächst von vier IV-Stellen produktiv genutzt wird. Der zweite Release wird noch Ende 2020 ausgeliefert und von allen sieben IV-Stellen sukzessive in Betrieb genommen.

„Wir sind bislang sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projekts“, resümiert Stefan Geyer. „Progress hat uns unterstützt die Architektur zu überarbeiten. In einer engen Zusammenarbeit wurden neue Frameworks ausgewählt und implementiert sowie User Experience und Wartungsaufwand optimiert. Dabei wurden stets alle Beteiligten gewinnbringend in den Prozess eingebunden. Der erste Release des neuen OSIV 3G läuft bereits bei einigen IV-Stellen produktiv und erfreut sich bereits einer hohen Akzeptanz seitens der Nutzerschaft“, so Stefan Geyer weiter.

OpenEdge erlaubt es außerdem, die Eigenständigkeit der IV-Stellen auch in der Architektur widerzuspiegeln: So können diese künftig unabhängig voneinander entscheiden, ob sie OSIV 3G on-Premises oder in der Cloud betreiben möchten. Progress verpflichtete außerdem die Partner dazu, ihre Frameworks kompatibel zu OpenEdge weiterzuentwickeln und übernahm zudem Garantien für diverse Ausfallszenarien. „Unseren hohen Anspruch als Anbieter einer kritischen Lösung hat Progress damit in vollem Umfang erfüllt“, hält Stefan Geyer fest.

Über den OSIV-Pool

Der OSIV Pool ist eine Gesellschaft, bestehend aus sieben kantonalen IV Stellen sowie vier regionalärztlichen Diensten mit dem Zweck der gemeinsamen Finanzierung, Entwicklung und Support des Software Systems „Open System Invaliden Versicherung“ kurz „OSIV“, sowie daran angeschlossene Systeme wie etwa das Dokumentenmanagement-System (DMS). Die Geschäftsleiter der sieben IV-Stellen bilden zusammen mit dem Geschäftsführer das oberste Entscheidungs- und Steuerungsgremium des OSIV-Pools. Der OSIV Pool erbringt zentrale fachliche und technische Dienstleistungen, koordiniert alle technischen Belange seiner Mitglieder und nimmt die Interessen der angeschlossenen Durchführungsstellen nach innen und außen wahr.
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